Geschichte der Firma Liechti


2018

2 Generationen

Ruedi Liechti - Jörg Liechti - Remo Liechti

Fahrzeugflotte

Fahrzeugflotte der Firma Liechti AG aus dem Jahr 1979 inklusive Firmen-Mofa!

Gottfried Liechti erzählt dem Önziger

Mein Vater war ein "Schmelzibauer", wie damals fast alle in Oensingen, d.h. er hatte Geissen und Kaninchen und zuletzt sogar eine Kuh. Von 1922-1925 konnte ich am Zürichsee eine Lehre als Spengler absolvieren, anschliessend war ich dort als Arbeiter tätig. Ich spielte mit der Idee, gemeinsam mit meinmem Kollegen nach Deutschland auf die Wanderschaft zu gehen, wie es damals üblich war. Es war jedoch unmöglich eine Arbeitsbewilligung zu bekommen.

 

Die nahe Stadt Zürich lockte mich mit ihren vielfältigen Angeboten und Möglichkeiten zu Arbeit, Unterhaltung, Vergnügen und Weiterbildung. Ich wusste dass die Zeit für Arbeit nicht rosig war. Darum meldete ich mich gleich beim Arbeitsamt und fragte nach einer Stelle. War mir einfalle, vom Land in die Stadt zu kommen und nach Arbeit zu fragen! Ich wurde kurzweg fortgejagt. Doch ich liess mich nicht entmutigen und fragte von Bude zu Bude.

 

An der Gasometerstrasse fand ich tatsächlich einen Arbeitsplatz. Als ich das erstemal antrat, standen 10 Arbeiter um mich herum und eröffneten mir: " Du bist der letzte der gekommen ist, du bist auch der erste, der wieder geht!" Im folgenden Winter war es dann soweit: die Arbeit wurde knapp und ich musste den Abschied geben.

 

Nun frage ich bei den Bundesbahnen um eine Beschäftigung: Beim Paketdienst erhielt ich positiven Bescheid, ich müsse bloss noch das Diensbüchlein vorweisen. Als ich das Büchlein am nächsten Tag brachte, stellte der Beamte erschrocken fest: "Sie sind ja Solothurner! Ich kann sie nicht nehmen!"

 

Im Bahnhof-Wartesaal dritter Klasse hatte sich eine inoffizielle Vermittlungsstelle gebildet. Dort konnte man unter Umständen kurfristige Arbeit finden. Ich zog es jedoch vor, nach Hause zu fahren.

 

Nun war ich kurz hintereinander in Solothurn, Biel, Bern, Luzern, Winterthur - sicher an zehn verschiedenene Stellen - auf Wanderschaft, wie es dazumal Brauch war.

 

In Oensingen herrschten 1932 miserable Verhältnisse. Ich trug mich mit dem Gedanken, ein eigenes Geschäft anzufangen. Im Schulhaus Unterdorf richtetet ich meine erste Werkstatt ein. Doch bald wurden mir die Räumlichkeiten wieder gekündigt.

 

In jenen Jahren waren verschiedene Häuser in Oensingen billig, das heisst so um 30 000 Franken herum zu haben. Die Uhrenfabrik Schild wurde versteigert. Sie hatte einen Wert der um etliches höher lag. Niemand zeigte Interesse dafür. Die Bank überbot mein Angebot um 1 000 Franken, damit sie ihr Guthaben eintreiben konnte. Ich erwarb die Liegenschaft. Meine Ersparnisse von 10 000 Franken, rund einem Drittel des Kaufpreises, erlaubten mir, ohne Bürgschaft auszukommen.

Mein Vater ermunterte mich stets. Andere fanden, ich sei verrück in so unsicheren Zeiten ein derartiges Wagnis einzugehen. Und meiner jetzigen Frau riet man damals ab, einen solchen Mann zu heiraten. Woch wir waren beide jung, wir konnten arbeiten und wir brauchten nicht viel zum Leben.

 

Am 8. Mai 1935 eröffnete ich mein Geschäft im eigenen Haus und im Oktober darauf heirateten wir.

"Önziger" Bericht von Annamarie Bobst-Nünlist



Die Firm Liechti bereits 1978 ein starkes Team